Lorenz Böhler – Danke Herr „Knochen-Böhler“

Ich war in guter Gesellschaft im Unfallkrankenhaus Wien Lorenz Böhler: Josef Haslinger, Dirk Stermann, Gert Voss… Wenn schon ein Unfall, dann sich dort helfen lassen, wo auch diese verehrten Wiener bzw. Zugereisten geheilt wurden. Zudem in meinem Heimatbezirk Brigittenau. Also machte ich mich auf zu testen, was Lorenz Böhler (1885 -1973) den Wienern geschaffen hat – ein fortschrittliches Unfallkrankenhaus. Auch wenn den gleichen Gedanken an diesem Samstag im März 2010 jede Menge Wiener und Zugereiste gefasst hatten, mein Problem wurde erkannt und innerhalb sechs Wochen geheilt. Deshalb ist das letzte Porträt 2010 dem Wiener Pionier der Knochenbruchbehandlung gewidmet. Weiterlesen

Wiener Mistkübel (Papierkörbe) – Charmant kontaktfreudig

„Die Kennworte des Wieners: Wie komm denn i dazu? Es zahlt sich ja net aus! Tun S‘ Ihnen nix an!“ (Arthur Schnitzler)

So sehr ich Wien liebe, das hier zu zeigen versuche und viele liebe Wiener und viele liebe Wienerinnen kenne, manchmal stellen einen einige Einwohner auf die Probe. Selbst unerschütterlicher Humor hilft bei solchen, manchmal etwas unhöflichen Begegnungen nicht immer. Was hilft dann?? Vielleicht eine Begegnung mit einem ausgeglichen charmanten schweigsamen Wiener. Von denen es immerhin so ca. 15.000 in der Stadt gibt. Quasi wartet freundliche Ansprache an jeder Wiener Ecke: „Gib meinem Hängen einen Sinn.“ „Tag und Nachtaktiv.“ „Bin für jeden Dreck zu haben.“ „Bitte Füttern.“ So kontaktfreudig begegnen einem seit einiger Zeit die Wiener Papierkörbe – hier Mistkübel genannt. Das sich die Wiener Abfallbeseitiger diese Idee ausgerechnet bei Berliner Papierkörben abgeschaut haben, ist ein lustiges Detail. Denn auch in Berlin kann es zu „unsanften“ Begegnungen mit Einheimischen kommen :-) Weiterlesen

Wien – Lebenswerteste Stadt der Welt 2009 – Ein Beweis (2)

Mein Versuch, auf der Pecha Kucha Night am 8. Oktober 2009 im Rahmen der Vienna Design Week, zu „beweisen“: Wien ist zu Recht lebenswerteste Stadt der Welt 2009 geworden.

Alexander Joseph Kolowrat-Krakowsky – Hollywood in Wien

Hollywood in Wien? Mit Hans Moser oder mit Paula Wessely? Eher nein, aber auf jeden Fall mit Michael Kertesz (Michael Curtiz), dem Regisseur von „Casablanca“ und mit Marlene Dietrich! Der Wiener Filmpionier Kolowrat-Krakowsky begründete den österreichischen Film und schuf in Wien-Sievering ein kleines österreichisches Hollywood.

Seine Leidenschaft für den Film entsprang seiner Leidenschaft für neue technische Entwicklungen. Graf Kolowrat-Krakowsky wurde 1886 in den USA geboren und wuchs auf einem böhmischen Gut auf. Er liebte alle Fahrzeuge vom Motorrad bis zum Flugzeug. Als 14. Österreicher machte er 1910 einen Flugschein. Und dann kam der Film, den er in Paris kennenlernte. Sofort begann er, Filme selbst herzustellen. Zuerst Naturfilme, entwickelt in der Waschküche seines Gutes. Später übersiedelte er in den 20. Wiener Bezirk. So kommt es, das die Wiege des österreichischen Films in der Pappenheimgasse in der Brigittenau steht. Dort wurden kleine Lustspiele gedreht und vervielfältigt, hier befand sich bis 1933/34 ein Kopierwerk. „Die Gewinnung des Eisens im steirischen Erzberg“, „Der Gardasee“, „Die Dame auf dem Riesenrad“ und der „Der Millionenonkel“ wurden hier u.a. hergestellt. Die „Sascha-Filmfabrik“ entstand. Weiterlesen

Der Augarten – Nachtrag: Musik in meinem Garten?

Prinzipiell ist Musik ja eine feine Sache und im Garten noch mehr. Aber leider auch nicht immer.
In meinem letzten Post, meiner Liebeserklärung an den Augarten, hatte ich unter Anderem geschrieben:
„Im Augartenpalais,in dem oft „oft Künstlerabende stattfanden, bei denen unter anderem Franz Liszt, Hans Makart, Johann Strauß, Richard Wagner anwesend waren“, leben heute die Wiener Sängerknaben. [kultur.park.augarten] Um die Ecke befindet sich das Filmarchiv Austria, das neben seiner Arbeit mit dafür einzutreten versucht, dass sich die Sängerknaben nicht allzu weit(er) im Augarten ausbreiten.“

Kaum war ich aus meinem Sommerurlaub zurück, war es ernst geworden:
Die Sängerknaben wollen singen. Soweit so gut. Sie hätten gern einen Konzertsaal dafür. Soll sein. Allerdings hätten sie dafür gern ein Stück Augarten. Soll nicht sein. Warum? Die Sängerknaben haben jetzt schon einen großen Teil Augarten nur für sich. Grün ist vor meiner Haustür grad mal der Augarten – sonst nur Häuser, Häuser, Häuser. Da muss das vorhandene Grün nicht noch ohne Platznot durch neue Gebäude aufgegessen werden. Und Platznot gibt es nicht, wird doch bald ein nahe gelegenes Bahngelände urbanisiert. Sicher mit ausreichend Platz für die Sängerknaben und ihre Halle.

Bitte Ruhe in meinem Garten – kein Baulärm.

Wo die Sängerknaben in Zukunft singen, können Sie hier verfolgen.

Augarten-Quelle:
[kultur.park.augarten] Büro Kultur.Park.Augarten.

Der Augarten – Mein Wiener Gemeinschaftsgarten

Sommerbeginn – Zeit für Liebeserklärungen!

Ich wohne im 20. Bezirk. Zu meiner Wohnung gehört ein 52,5 ha großer Gemeinschaftsgarten. Er bietet mir und meinen MitbewohnerInnen alles was wir brauchen: beruhigendes Grün, viel Blick in den Wiener Himmel, Jogging-Strecken, ein Beachvolleyball-Feld, Platz für Boule, Bäume für Slackline und Hängematten, Sonnenbadewiesen, für die Kinder ein Freibad, Spielplätze und Sportplätze, für uns alle Kunst, Musik, Sommerkino und Essen & Trinken. Viel Platz! Weil ich keinen grünen Daumen habe, lasse ich den Gemeinschaftsgarten begärtnern auf das die „barocke Gestaltung des Bereichs an der Oberen Augartenstrasse (Parterre, Lindenhain, Schüsselwiesen), die waldartigen Boskettbereiche, die landschaftlichen Anlagen und die historisch formale Anlage“ [Bundesgärten] immer gut gedeihen. Denn ein 359 Jahre alter Garten braucht viel Pflege. Mir und allen anderen BewohnerInnen des 2. und 20. Bezirks „gehört“ der Augarten. Wir sind unter uns in unserem Gemeinschaftsgarten, denn Touristen verirren sich kaum in Wiens ältesten Barockgarten. Weiterlesen

Der Donaukanal – Strom der Geschichte(n)

Vielleicht begann die komplexe Geschichte, die ich heute erzähle, mit der Donauregulierung. Dafür wurden u.a. Maschinen verwendet, die schon den Suez-Kanal gebaut haben. Den Schimmer einer Andeutung dafür findet man in den Löwen auf dem Nußdorfer Wehr [Sauer, 1996] und in überraschend komplexer Politik an diesem scheinbar harmlos, grünlich dunkel und träge wirkenden südlichen Donauarm. Der mehr Donau-Gefühl nach Wien bringt, als der Hauptteil der Donau. Der Kanal fließt an der Innenstadt vorbei; im Gegensatz zur Donau selbst, die ziemlich weit weg vom Stadtzentrum daherkommt. Weiterlesen