Wiener Bloomsday – „… die Gasthausschilder sind essbar wie Schinken“

„Der Bloomsday ist ein alljährlich am 16. Juni feierlich begangener Gedenktag, der sich auf den Ulysses, das Hauptwerk des irischen Schriftstellers James Joyce, bezieht. Namensgeber ist die Hauptfigur des Romans, Leopold Bloom.“

„Ich möchte ein Abbild von Dublin erschaffen, so vollständig, daß, wenn die Stadt eines Tages plötzlich vom Erdboden verschwände, sie aus meinem Buch heraus vollständig wieder aufgebaut werden könnte.“
– James Joyce

(Zitate aus Wikipedia)

Dieses Jahr habe ich mich am Wiener Bloomsday beteiligt.
Mit einem Abbild von Wiener Schmäh
„so vollständig, dass, wenn die Stadt eines Tages plötzlich vom Erdboden verschwände, sie aus“ diesen Schildern „heraus vollständig wieder aufgebaut werden könnte.“ ;-D

Mein Wiener Schilder-Schmäh-Abbild:

Die Kraft der Wiener Küche …
Würstelstand „Am Nordpol“. Döner Kebab Würstelinsel. Bierlagune. Gulaschoase zum Hormayer. Bieradies.
Heisse am Gürtel. Würstel-Salon. Bierschnabel. … hikxs. Kebab (mampf).
Hühnerparadies – Geflügel – Fisch –Imbiss. Bierfink.
Pan Appetit.
Mostlandl. K & K Hausmannskost. Kaffee Monarchie Konditorei. Letztes Wirtshaus „fur Daham“. Opernwurst Stad’l.
Das Ministerium für Pizza & Co. Evershine Pizza.
Zum alten Heller. 2-Euro-Bar. Gasthaus Pleitegeier.
Wiens Verspieltes Lokal – Brot & Spiele. Cafe Kultur. Wein & Wasser.
Cafe USW.
Weiterlesen

Advertisements

Wiener Bank-Verein – Director’s Cut und mehr

Der Wiener Bank-Verein, 1869 gegründet, ist in diversen Wandlungen zur Bank Austria geworden. Erhalten blieb das beeindruckende Wiener Bank-Vereinsgebäude am Schottenring (Schottengasse 6-8). Beeindruckend, weil große Teile der ursprünglichen Innenarchitektur erhalten sind und so Geschichte betreten werden kann. Nicht nur Geschichte, sondern auch eine Wunderkammer aus Geschichten. Treten Sie ein, lassen Sie sich überraschen von Legosteinen aus dem Jahr 1912, von 15.000 Safes, dem „Director’s Cut“ und einer Bank, die steuerliche Herausforderungen zu meistern versucht.

1908 lud das Direktorium des Bank-Vereins vier Architekten zu einem Wettbewerb für ihr Bankgebäude ein. Die beteiligten Architekten Ernst von Gotthilf-Miskolczy und Alexander Neumann gewannen die Arbeit für sich. Hier beginnt bereits die erste verblüffende Geschichte. Die Bauherrn bezahlten den beiden Architekten eine Studienreise, um rund 40 Banken in Europa zu besuchen und sich mit deren herausragender Architektur und neuer Technik vertraut zu machen. Welcher Bauherr finanziert heute noch so etwas?! Dafür wurde der Wiener Bank-Verein mit einer Bank belohnt, die sehr gut aussieht und für die damalige Zeit viele technische Neuerungen besaß. Bereits Lego-Steine wurden vorausgedacht, die ja erst 37 Jahre nach Eröffnung der Bank auf den Markt kamen, siehe mein Foto oben aus der Kassenhalle :-) Weiterlesen

Wiener Klassifikation – Wissen ordnen made in Vienna

Als „praktizierende“ Wissensmanagerin bin ich doppelt stolz in Wien zu leben. Denn Wien ist auch Geburtsort einer Wissensordnung – der Wiener Klassifikation. Für den Dritten Mann (Foto Inszenierung im DRITTE MANN MUSEUM Wien) kann sie so aussehen:
2.1 Männer.
Oder besser 2.1.2 Bewaffnete Männer oder Waffen oder Uniform tragende Männer?
Oder doch 2.1.15 Männer anderer Berufe Anmerkung: Einschließlich Astronauten?
2.1.25 Andere Männer?
Perfekt passt A 2.1.16 Schatten oder Silhouetten von Männern!
Letztere Variante ist vielleicht der Tribut der Unterzeichner des „Vienna Agreement Establishing an International Classification of the Figurative Elements of Marks (1973)“ an den Dritten Mann und an Wien. Weiterlesen

Aglaia von Enderes – Eine Lerche, die singt, noch keinen Sommer bringt?

Federzeichnungen aus der Thierwelt„Einige Zoll unter der grünen Grashülle der Erde hat ihn die Mutter gebettet; die braune Scholle ist seine Decke, feine Wurzelchen hängen ringsher, seine künftige Nahrung. Tiefe Stille und Ruhe umgibt ihn; die Sonne legt ihre heißen Strahlen über den Boden, warmer feuchter Odem quillt durch die Erde. Vier bis sechs Wochen vergehen, da rührt und regt sichs in dem Ei und die kleine, unbehülfliche Larve kriecht daraus hervor.“ (Maikäfers Leben und Sterben [1])

„Ein Egoist mit unfreundlich apartem Wesen, schwerfälliger Erscheinung und hoher Selbstgenügsamkeit, lebt er einsiedlerisch und selbstsüchtig wie ein alter Hagestolz und hütet seinen eigen Leib.“ (Der Dachs [1])

Als Hermann Löns (1866 – 1914) anfing über den Hasen Mümmelmann und andere Tiere zu schreiben, hatte Aglaia von Enderes (1834 – 1883) schon längst ein Werk mit Natur- und Tierschilderungen vorgelegt. Weiterlesen

Wilhelm Beetz – Wiener Bedürfnisse befriedigen

Landsteiner.jpgDieser Traum: Man muss plötzlich dringend auf die Toilette. Suchen, rennen, fragen – es hilft nichts. Es findet sich keine Toilette. Je nach Persönlichkeit nimmt dieser Traum einen unterschiedlich verhängnisvollen Lauf. Wenn nun ein Mann auftreten würde bzw. eine Frau, eingehüllt in einen sehr weiten Mantel, der einen Holzeimer bedeckt. Der Eimer als Sitz – der Mantel als Sichtschutz. Würden Sie sich trauen Ihr Problem für zwei Kreuzer zu bewältigen? Weiterlesen

Karl Anton von Martini – Recht Wien

Karl Anton von MartiniGehe ich einen (faulen) Kompromiss ein und vermeide damit eine Niederlage. Oder ist der (faule) Kompromiss die größere Niederlage für mein Gewissen.
Wenn ich das Auf & Ab in Martinis Leben betrachte, in den vielen gesellschaftspolitischen Spannungsfeldern in denen er agierte, kommen mir diese Gedanken. Denn Martini (1726 – 1800) vertrat, oft genug unstrategisch, seine Erkenntnisse, Einsichten und Überzeugungen. Vielleicht war seine Haltung tatsächlich so begründet: „Wenn wir keine Zugeständnisse machen, so können wir wohl zugrunde – gehen, aber niemals verderben.“*

Karl Anton Martini wurde in Revò dreißig Kilometer nördlich von Trient geboren. Das Fürstenbistum Trient war zu dieser Zeit ein „Eldorado für Advokaten und Notare“. So geprägt kommt er über die Universität in Innsbruck mit Philosophie + Theologie nach Wien, wo er Jura studiert. Das Studium beendet er ohne Promotion. Vielleicht aus „Geldmangel oder aus Ablehnung des für Promovenden vorgeschrieben Eides auf die unbefleckte Empfängnis Mariens“. Weiterlesen

Wiener Kinderwagen – Zeitreise der Männer von 1860 bis 2007

Wien Museum Baby an Bord„Wann ist ein Mann ein Mann?“ Zu den vielen Antworten auf diese Frage fügt das Wien Museum weitere hinzu.

Die neue Ausstellung „Baby an Bord -. Mit dem Kinderwagen durch das 20. Jahrhundert“ fährt Kinderwagen auf und erzählt Kinderwagen – Geschichte mit Wiener Stadtgeschichte. Faszinierende historische Modelle sind zu sehen. So der zweirädrige Bugholz-Kinderfahrstuhl (1905). Eine Mischung aus Thonet und Rollstuhl. Aber vermutlich praktisch, durch die zwei weiteren kleinen Räder, die helfen Gehsteige zu erklimmen.

In den 1860er Jahren beginnt in Österreich die serienmäßige Herstellung von Kinderwagen. Ein Kinderwagen-Mann war damals ein Kinderwagen-Erfinder, Weiterlesen