Alexander Joseph Kolowrat-Krakowsky – Hollywood in Wien

Hollywood in Wien? Mit Hans Moser oder mit Paula Wessely? Eher nein, aber auf jeden Fall mit Michael Kertesz (Michael Curtiz), dem Regisseur von „Casablanca“ und mit Marlene Dietrich! Der Wiener Filmpionier Kolowrat-Krakowsky begründete den österreichischen Film und schuf in Wien-Sievering ein kleines österreichisches Hollywood.

Seine Leidenschaft für den Film entsprang seiner Leidenschaft für neue technische Entwicklungen. Graf Kolowrat-Krakowsky wurde 1886 in den USA geboren und wuchs auf einem böhmischen Gut auf. Er liebte alle Fahrzeuge vom Motorrad bis zum Flugzeug. Als 14. Österreicher machte er 1910 einen Flugschein. Und dann kam der Film, den er in Paris kennenlernte. Sofort begann er, Filme selbst herzustellen. Zuerst Naturfilme, entwickelt in der Waschküche seines Gutes. Später übersiedelte er in den 20. Wiener Bezirk. So kommt es, das die Wiege des österreichischen Films in der Pappenheimgasse in der Brigittenau steht. Dort wurden kleine Lustspiele gedreht und vervielfältigt, hier befand sich bis 1933/34 ein Kopierwerk. „Die Gewinnung des Eisens im steirischen Erzberg“, „Der Gardasee“, „Die Dame auf dem Riesenrad“ und der „Der Millionenonkel“ wurden hier u.a. hergestellt. Die „Sascha-Filmfabrik“ entstand. Weiterlesen

Der Augarten – Mein Wiener Gemeinschaftsgarten

Sommerbeginn – Zeit für Liebeserklärungen!

Ich wohne im 20. Bezirk. Zu meiner Wohnung gehört ein 52,5 ha großer Gemeinschaftsgarten. Er bietet mir und meinen MitbewohnerInnen alles was wir brauchen: beruhigendes Grün, viel Blick in den Wiener Himmel, Jogging-Strecken, ein Beachvolleyball-Feld, Platz für Boule, Bäume für Slackline und Hängematten, Sonnenbadewiesen, für die Kinder ein Freibad, Spielplätze und Sportplätze, für uns alle Kunst, Musik, Sommerkino und Essen & Trinken. Viel Platz! Weil ich keinen grünen Daumen habe, lasse ich den Gemeinschaftsgarten begärtnern auf das die „barocke Gestaltung des Bereichs an der Oberen Augartenstrasse (Parterre, Lindenhain, Schüsselwiesen), die waldartigen Boskettbereiche, die landschaftlichen Anlagen und die historisch formale Anlage“ [Bundesgärten] immer gut gedeihen. Denn ein 359 Jahre alter Garten braucht viel Pflege. Mir und allen anderen BewohnerInnen des 2. und 20. Bezirks „gehört“ der Augarten. Wir sind unter uns in unserem Gemeinschaftsgarten, denn Touristen verirren sich kaum in Wiens ältesten Barockgarten. Weiterlesen

Božena Němcová – Es war einmal … ein Märchen?

Mit Božena Němcová (1820 – 1862) könnte man erwachsen werden. Zuerst bekommt man eines der prachtvoll illustrierten Bücher ihrer Märchen zu Weihnachten geschenkt. Dann sieht man den Film „3 Haselnüsse für Aschenbrödel“ nach ihrer Version dieses Märchen-Klassikers. Nun erreicht man an eine Weggabelung. Entscheidet sich, ihr Hauptwerk „Die Großmutter“ zu lesen und entflieht der Gegenwart in eine „idealisierte, poetisch ausgeschmückte“ Vergangenheit mit einem „Idealbild mütterlicher Fürsorge“. [1] Oder besucht die Taufkirche der Němcová in Wien – die Alserkirche (Foto). Ein wiewohl historischer Ort, 1827 wird hier der Leichnam Beethovens eingesegnet, doch heute ein etwas ungemütlicher Ort an einer sehr lauten Straße Wiens. Oder spürt ihrem Schicksal nach in dem Film „Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern“. „Sie wird gesehen in einer Reihe mit Virgina Woolf, Sylvia Plath, Frida Kahlo, Birigitte Reimann: Frauen, die alles wollten – Familie, Selbstverwirklichung, freie Liebe – und die allesamt bereit waren, einen hohen Preis dafür zu zahlen.“ [2] Weiterlesen

Joy Adamson – Frei geworden in Wien

Joy Adamson wuchs in Wien bei ihrer Oma auf. Die vielfältigen Wiener Möglichkeiten eigene Fähigkeiten auszuprobieren und eine Oma die dieses Ausprobieren zuließ, waren vielleicht Gründe dafür, das sie ein Leben lang sie selbst bleiben konnte – eines ihrer Erfolgsgeheimnisse. Am Ende ihrer Autobiographie zeigt sie genau das verwundert an: „I had travelled across Africa, Asia, the U.S.A., Canada, Europe, Australia, New Zealand and Japan speaking to people on behalf of endangered wildlife. I had received many high awards. Now I wonder how all this have happened for I felt I had changed very little since the summer days at Seifenmühle when we children played at lion hunts. My ideas are the same as they have always been.“ [1] Weiterlesen

Wiener Eisrevue – Es war einmal…

Wiener Eisrevue… ein Traum vom „Zauber der Liebe“ „Im Land der Träume“. Ein Traum unter einem „Regenbogen“ mit „Maskeraden“, „Confetti“ und „Cocktails“. So phantasievoll wurden die jährlich wechselnden Produktionen der Revue (1945/46 – 1970/71) gestaltet und benannt.

Warum entstand in Wien eine Eisrevue? Es gibt zwei Erklärungen. Eine sportliche und eine phantasievolle. Die sportliche Begründung beginnt mit vielen österreichischen Erfolgen im Eiskunstlauf vor und nach dem zweiten Weltkrieg, u.a. Karl Schäfer, Emmy Puzinger, Emmerich Danzer. Damit gab es Potential genug eine österreichische „Holiday On Ice“ aufzubauen. Weiterlesen

Max Steiner – King Kong

Praterstrasse 72Ein junger österreichischer Komponist zieht hinaus die Welt und beginnt 1916 in Amerika Filmmusiken zu schreiben.

Mit der Musik zu „King Kong und die weiße Frau“ (1933) hat er seinen ersten großen Erfolg in Hollywood. „Der kleine Lord“, „Vom Winde verweht“, „Casablanca“, „Arsen und Spitzenhäubchen“, „Der Weiterlesen