Gesunde grüne Küsse – von 2009 nach 2010

Das Jahr 2009 habe ich mit dem Klimtschen Kuss begonnen – einer grünen modernen Version. Heute möchte ich den Reigen meiner 2009er Wien-Porträts auch mit einem grünen Kuss beschließen, der nicht nur grün sondern überdies noch gesünder als die meisten anderen Küsse ist: der „Kuss der Radieschen/Rettiche“ von Ju Duoqi aus China. Vermutlich eine lang bedachte Wahl von ihr, denn Rettiche sind „frisch, knackig, scharf und etwas bitter“. Fast wie Klimt?

Gefunden habe ich den Kuss fern von Wien in Shanghai in der Ausstellung “Dialogues” der Epson Imaging Gallery. Vielleicht doch gar nicht so fern, war Shanghai ja auch Zuflucht für exilierte WienerInnen in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Ein Thema auf das ich 2010 zurückkommen werde.

2009 habe ich hier „nur“ 13 Porträts „gezeichnet“, da ich mich mehr in Wienferne Wissensmanagement-Arbeiten gestürzt habe. Zumindest konnte ich noch die Wiener Graffiti würdigen. Nächstes Jahr möchte ich mich mehr Wien und u.a. visuell den Wiener Befindlichkeiten widmen. Und hoffe sehr, Sie sind neugierig auf selbige.

Mehr Gemüse von Ju Duoqi?
Überblick über ihre Werke und der Kuss als großes Bild mit allen gemüsigen Details (dazu auf das kleine Kuss-Bild klicken), Vita

Foto: Copyright © 2006-2009 Galerie Paris-Beijing.

Rettich-Quelle:
Gesunde Scharfmacher: Rettich und Radieschen in der leichten Küche

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Wien – Lebenswerteste Stadt der Welt 2009 – Ein Beweis (2)

Mein Versuch, auf der Pecha Kucha Night am 8. Oktober 2009 im Rahmen der Vienna Design Week, zu „beweisen“: Wien ist zu Recht lebenswerteste Stadt der Welt 2009 geworden.

Joy Adamson – Frei geworden in Wien

Joy Adamson wuchs in Wien bei ihrer Oma auf. Die vielfältigen Wiener Möglichkeiten eigene Fähigkeiten auszuprobieren und eine Oma die dieses Ausprobieren zuließ, waren vielleicht Gründe dafür, das sie ein Leben lang sie selbst bleiben konnte – eines ihrer Erfolgsgeheimnisse. Am Ende ihrer Autobiographie zeigt sie genau das verwundert an: „I had travelled across Africa, Asia, the U.S.A., Canada, Europe, Australia, New Zealand and Japan speaking to people on behalf of endangered wildlife. I had received many high awards. Now I wonder how all this have happened for I felt I had changed very little since the summer days at Seifenmühle when we children played at lion hunts. My ideas are the same as they have always been.“ [1] Weiterlesen

Ein Hund – Meint es ernst

Wien Hundekot Kampagne Sackerl GackerlAuf meinen Wanderungen durch Wien gerate ich oft in eine Art Entdecker-Flow und vergesse dabei welch gefährliches Pflaster diese Stadt ist. Hundstrümmerl! Nicht ohne Grund werden hier die allgegenwärtigen Hundehaufen mit so einem dramatischen Namen bezeichnet. Frau/Mann kann sich an diesen vielen Trümmerln leicht den Fuß brechen. Entweder beim Ausweichen oder beim Reinstürzen. Damit nicht der Ruf von Wien ruiniert wird, gibt es Schutzengel. Zweibeinige, wie zwei Straßenkehrer, die sich mir einmal sportlich in den Weg warfen, als ich in Architekturverzückung geraten, beinahe Trümmerln übersehen hätte.

Weil die Stadt nicht überall zweibeinige Retter postieren kann, setzt sie auch vierbeinige ein. Seit Oktober 2006 versuchte ein anonymer Jack-Russel-Terrier auf kumpelhafte Weise Hundehalter zu besserem Benehmen zu bekehren (siehe Foto oben).

Viele Tausend dieser Wiesenstecker wurden inzwischen geklaut. Protestler? Fans des Terriers? Wien-Souvenir-Jäger? Wie auch immer, der Terrier hat seine Chefin besucht, die Umweltstadträtin Ulli Sima, und ihr ans Herz gelegt, es ernster anzugehen. Wien Hundekot Kampagne 36 EuroSeit Anfang der Woche ist sein kumpelhafter Ton Vergangenheit. Jetzt heißt es:“Sind Dir 36 Euro Wurst?“ (siehe Foto unten).

Was wird passieren? Der anonyme Terrier bekommt neue Fans – die Polizeihunde. Die Tierärzte werden von Hunden gestürmt, denen die Angst vor der Bestrafung ihrer Frauchen & Herrchen auf den Darm geschlagen ist. Die Wiener Hundebesitzer ändern sich?*

* Nachtrag 2012: Vier Jahre später und tatsächlich scheint es so, als wäre der Hund erfolgreich. Ein Wunderhund?

Johann Gottfried Bremser – Eingeweidewürmer

EingeweidewuermerNapoleon gelang es nicht Wiens Eingeweidewürmer zu stehlen!
So eine anerkennende Schlagzeile hätte Bremser verdient. 1809 verhinderte der „Wurm-Doktor“ Bremser während der Besetzung Wiens durch Napoleon die Plünderung der damals weltweit größten Helminthensammlung im k.k. Naturaliencabinet, dem Vorgänger des heutigen Natur-historischen Museums Wien. Weiterlesen

Ida Pfeiffer – Freiheit

PfeifferWeiblich, 45, Träume verwirklichend, rastlos. 1842 – 1858. Was für eine Frau! Die „erste Welt- und Forschungsreisende des Biedermeier„ [1], die Wienerin Pfeiffer legt auf ihren Reisen zurück „240.000 km zur See und ca. 32.000 km zu Land“ [2]. Diese Reisen sind ethnologische und zoologische Expeditionen. Ida lernt Sprachen, kann Tiere und Pflanzen präparieren. Ist kontaktfreudig und bekommt durch Kontakte zu Diplomaten, Weiterlesen