Aglaia von Enderes – Eine Lerche, die singt, noch keinen Sommer bringt?

Federzeichnungen aus der Thierwelt„Einige Zoll unter der grünen Grashülle der Erde hat ihn die Mutter gebettet; die braune Scholle ist seine Decke, feine Wurzelchen hängen ringsher, seine künftige Nahrung. Tiefe Stille und Ruhe umgibt ihn; die Sonne legt ihre heißen Strahlen über den Boden, warmer feuchter Odem quillt durch die Erde. Vier bis sechs Wochen vergehen, da rührt und regt sichs in dem Ei und die kleine, unbehülfliche Larve kriecht daraus hervor.“ (Maikäfers Leben und Sterben [1])

„Ein Egoist mit unfreundlich apartem Wesen, schwerfälliger Erscheinung und hoher Selbstgenügsamkeit, lebt er einsiedlerisch und selbstsüchtig wie ein alter Hagestolz und hütet seinen eigen Leib.“ (Der Dachs [1])

Als Hermann Löns (1866 – 1914) anfing über den Hasen Mümmelmann und andere Tiere zu schreiben, hatte Aglaia von Enderes (1834 – 1883) schon längst ein Werk mit Natur- und Tierschilderungen vorgelegt. Weiterlesen

Advertisements

Karl Landsteiner (Teil 2) – Wiener Gedenktafeln

landsteiner3.jpg2008-02
Eine neue Tafel.

2008-01-17
Auf Wiener Geschichtsbewusstsein ist Verlass. Die kaputte Gedenktafel wurde abgenommen. Sobald die neue Tafel hängt, werde ich hier ein Foto dazu stellen.


Landsteiner – einen der erstaunlich zahlreichen Wiener Medizin-Nobelpreisträger (in Wien geboren, in Wien studiert bzw. gelehrt) – habe ich hier vorgestellt. Eine freudige Überraschung für mich ist die Entdeckung, das er am gleichen Gymnasium wie Stefan Zweig sein Abitur gemacht hat. Eine etwas peinliche Komponente jedoch der Zustand der Gedenktafel in der Wasagasse im 9. Bezirk.

Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger in und aus Wien

Karl Anton von Martini – Recht Wien

Karl Anton von MartiniGehe ich einen (faulen) Kompromiss ein und vermeide damit eine Niederlage. Oder ist der (faule) Kompromiss die größere Niederlage für mein Gewissen.
Wenn ich das Auf & Ab in Martinis Leben betrachte, in den vielen gesellschaftspolitischen Spannungsfeldern in denen er agierte, kommen mir diese Gedanken. Denn Martini (1726 – 1800) vertrat, oft genug unstrategisch, seine Erkenntnisse, Einsichten und Überzeugungen. Vielleicht war seine Haltung tatsächlich so begründet: „Wenn wir keine Zugeständnisse machen, so können wir wohl zugrunde – gehen, aber niemals verderben.“*

Karl Anton Martini wurde in Revò dreißig Kilometer nördlich von Trient geboren. Das Fürstenbistum Trient war zu dieser Zeit ein „Eldorado für Advokaten und Notare“. So geprägt kommt er über die Universität in Innsbruck mit Philosophie + Theologie nach Wien, wo er Jura studiert. Das Studium beendet er ohne Promotion. Vielleicht aus „Geldmangel oder aus Ablehnung des für Promovenden vorgeschrieben Eides auf die unbefleckte Empfängnis Mariens“. Weiterlesen

Paul Kammerer – Serialität

PraterhauptalleeKammerer-Porträts könnte ich in die Kategorien Naturwissenschaften, Musik, Bildung und Liebe hängen. Er war eine der vielen interessanten Wiener „hybriden“ Persönlichkeiten.

Paul Kammerer (1880 – 1926) studierte Zoologie und arbeitete in der Biologischen Versuchsanstalt, dem ehemaligen Vivarium, an der Prater Hauptallee (Foto der Allee, das Gebäude existiert nicht mehr). Er wurde berühmt weil er sich Weiterlesen