Ludwig Lohner, Ferdinand Porsche – Stille Autos aus Wien

Still wird es in Wien vielleicht nur während einer Sonnenfinsternis. Es gab aber auch einmal eine Zeit, in der in Wien ein stilles Auto erfunden wurde – der „Lohner-Porsche“(1900). Zwei österreichische Automobil-Pioniere trafen damals aufeinander, ehe sie wieder getrennte Bahnen fuhren.

Ludwig Lohner (1858 – 1925) wurde in eine Autofamilie geboren. Sein Großvater Heinrich hatte 1821 die Idee eine Firma zu gründen, die Lohnerwerke in Wieden, in der alle Gewerke des „Wagenbaues (Wagner, Schlosser, Schmied, Riemer, Sattler, Posamentierer, Plattiere, Glaser) zusammengefasst“ wurden. [1] Der Vater von Ludwig baute unter anderem Ambulanzwagen für die „Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft“. Ludwig selbst begann gleich nach seinem Studium mit der Produktion von Autos mit Verbrennungsmotoren.

Ferdinand Porsche (1875 – 1951) wurde in eine Spenglerfamilie geboren und sollte eigentlich dort bleiben. Der Ausbruch gelang ihm mit seinem Konstrukteurs- und Basteltalent. 1898 ist er Elektromechaniker bei Lohner.

Die Firma Lohner beginnt mit dem Aufbau einer „elektromobilen Abteilung“, denn der Benzinmotor war laut und unzuverlässig. Ein Produkt dieser neuen Abteilung ist das Elektromonil „Lohner-Porsche“ mit Radnabenantrieb. In die Radnaben integrierte man kleine Elektromotoren. Damit erreichte das Auto eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde. Die beiden Automobil-Pioniere bekamen dafür viel Aufmerksamkeit. Noch ein gemeinsames Fahrzeug gibt es aus dieser Verbindung – den „Lohner-Porsche-Strohl“-Oberleitungsbus mit Strohlschem Strohmabnehmer.

Nun trennen sich die Wege der beiden. Porsche geht zu „Austro-Daimler“ und setzt seine Erfolsserie von Autokonstruktionen fort. Auch Militärfahrzeuge kommen hinzu.
Lohner baut Flugzeuge und Flugboote. Er „gehörte zu den Gründern des Österreichischen Industriellenverbandes (1892), des Österreichischen Automobil-Clubs (1898) und des Österreichischen Aero-Clubs (1901)“. [1] In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts stellten die Lohnerwerke den „Lohner-Roller“ her. Die Werke gingen dann in den Bombardier-Konzern über.

Heute gehören die Porsche auf Wiens Straßen nicht zu den leisen Autos. Lediglich das 24-Stunden-Hupverbot in der Stadt vermag sie ein wenig zu beruhigen.

Foto: 2. Firmensitz in der Porzellangasse (9. Bezirk), 3. Firmensitz in der Donaufelder Strasse (21. bezirk, Grafik Bezirksmuseum Floridsdorf)

Lohner-, Posche-Quellen:
[1] „Österreichs große Erfinder – Ihr Leben, ihre Arbeit, ihre Schicksale“ von Heinz Jankowsky, Verlag Styria Graz Wien Köln 2000

„Heimat bist Du großer Namen – Österreicher in aller Welt“ von Dietmar Grieser, Almathea in der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH Wien München 2000

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