Georg Raphael Donner – Panta rhei (Alles fließt)

Wien Providentiabrunnen Georg Raphael Donner„Gleich mit jedem Regengusse Ändert sich dein holdes Tal, Ach, und in dem selben Flusse, Schwimmst du nicht zum zweitenmal.“ [1]
Das trifft wohl auf die Wiener Bürger zu, die beschlossen sich einen Brunnen zu bauen und auch auf den, der den Brunnen schuf – Georg Raphael Donner (1693 – 1741).

Donner wurde in Eßling (heute Wien-Kagran) geboren. Er lernte bei einem Kaiserlichen Hof- und Kammerjuwelier in der Währinger Straße das Goldschmiede-Handwerk und die Graveurskunst. Und lernte außerdem bei dem berühmten Bildhauer Giuliani und bei dem schwedischen Graveur Richter. 1715 heiratet er „seine liebste Ehewürthin“. Donner schuf in Salzburg Figuren im Schloss Mirabell, in Pressburg stattet er mit den Dom aus. Auch für den Wiener Stephansdom arbeitete er.

Die Wiener Bürgerschaft gönnte sich einen Brunnen, der ein Wahrzeichen für die innere und äußere Einigung des gesamten österreichischen Volkes sein sollte. Die Entscheidung fiel zwischen dem Italiener Lorenzo Mattielli und Donner. Das Nationalgefühl entschied für den Österreicher, nachdem jahrhundertelang Italienern der Vorzug gegeben wurde. Kein König schenkte sich einen Brunnen, keine Kirche stiftete einen Brunnen, sondern Wiener Bürger. Sie bekommen Providentia (Fürsichtigkeit, göttliche Fürsorge) als Figur in der Mitte des Brunnens. Umgeben mit Allegorien auf die Flüsse Enns, March., Traun und Ybbs (Nebenflüsse der Donau), die mit einem Überfluss an Wasser und dem Reichtum an Fischen Wohlstand der österreichischen Lande symbolisieren (Foto). Donner „zwingt“ den Betrachter sein Kunstwerk langsam und ausführlich zu genießen. Denn von keiner Stelle ist eine Gesamtansicht möglich. Der Brunnen will umwandert werden. Beeindruckender noch als am Neuen Markt, wo der Brunnen mit den wetterfesten Kopien der Figuren steht, ist es, sich die Originale im Unteren Belvedere zu „erwandern“.

1739 – am Namenstag Kaiser Karls – wird der Brunnen eröffnet, 1741 Donner zum Königlichen Cammer Bildhauer ernannt. Er kann noch ein Relief für einen Brunnen im Hof des Alten Wiener Rathauses erbauen. Eine Herausforderung, da das Brunnen-Becken eine etwas unglückliche Lage unter einem Balkon mit Ziergitter hat.
Dann stirbt Donner bereits 1741 an innerem Brand. Am Schwarzenbergplatz ist ihm ein Denkmal gesetzt.

Mehr Brunnenbilder, mehr Brunnengdetails: Providentiabrunnen, Andromedabrunnen

Donner-Quellen:
Georg Raphael Donner

Pigler, A. (1929) Georg Raphael Donner. Epstein-Verlag, Leipzig, Wien

[1] Johann Wolfgang von Goethe, Sämtliche Werke in 18 Bänden, Band 1: Sämtliche Gedichte. Artemis, Zürich 1950, S. 512 f.

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