Ludwig van Beethoven – Aktionär

Beethoven AktieBeethovens Vater war dem Alkohol zugetan und immer knapp an Geld. Beethoven (1770-1827) trank in Wien durchschnittlich täglich zwei Flaschen Weißwein plus eine Flasche Rotwein und konnte mit Geld umgehen.

Geld zu erwerben als Freischaffender in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Umwälzungen, napoleonische Kriege und Staatsbankrott, war eine Herausforderung. Wie hat Beethoven es geschafft? Bekannte aus dem Adel in Bonn und Haydn verhalfen Beethoven zu Kontakten im Adel in Wien. So fand er Förderer, die ihn unterstützen, z.B. Franz Joseph Maximilian Lobkowitz, Graf Andreas Rasumofsky. Ein Rentenvertrag von Adeligen half, ihn in Wien zu halten, als er ein Angebot von Napoleons Bruder nach Kassel bekam. Nicht immer konnte Beethoven aber auf regelmäßige Zahlungen hoffen. Zudem führten Inflation und Währungsumstellungen zu Kursverfällen des Papiergeldes. Also verlangte Beethoven Silbergeld und Goldmünzen als Entlohnung und erarbeitete sich vielfältige Einnahmequellen.

Zum Beispiel Events. Ein Konzert u.a. mit der Komposition „Wellingtons Sieg“ während des Wiener Kongresses (18.9.1814 – 9.6.1815) brachte ihm viel Geld und viel Ehre. Dank seiner besseren Bekanntheit konnte er nun „Fidelio“15 Mal während der Kongress-Zeit aufführen lassen. Subskriptionen auf Partiturkopien für Herrscher waren eine weitere Finanzquelle.
Außerdem konnte damals ein Auftraggeber ein Auftragswerk nur sechs Monate allein besitzen und nutzen. Danach durfte der Komponist die Werke selbst vermarkten. Auch ein Weg zu Geld, den Beethoven manchmal etwas großzügig für sich nutzte.
Am 13. Juli 1819 erwirbt Beethoven acht Aktien (Foto) der Privilegirten oesterreichischen National-Bank und erscheint als Nummer 3.170 im Aktionärsverzeichnis. Die Aktien nutzt er als Sicherstellung für Geld, wenn er es sich einmal leihen musste. Honorare von Verlegern sind eine weitere Geldquelle.

Das Auftun vieler Einnahmequellen und kein verschwenderischer Lebensstil führen dazu, das Beethovens als für seine Zeit vermögender Wiener stirbt. „Nur rund 5 Prozent der Wiener hinterließen damals höhere Vermögen als Beethoven, bei 77 Prozent machte der Wert des Nachlasses nur ein Zehntel aus.“

Beethoven-Quelle:
Alle Details und das Foto dieses Artikels stammen aus der Sonderausstellung „Seid umschlungen Millionen… Beethoven und das Geld„ des Geldmuseums der Österreichischen Nationalbank, die sehenswerte Ausstellung läuft noch bis zum 31.10.2007

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