Fritz Wotruba – 152 Betonblöcke über Wien

Wien Wotruba Kirche Georgenberg aussen„Sie hatte das Gebäude auf einem Spaziergang entdeckt, nachdem sie mit Carl in der Wotrubakirche gewesen war, jener grandiosen Umwandlung einer Skulptur in ein Gotteshaus, welches am äußeren Zipfel einer Stadtrandgegend namens Mauer gelegen war und sich aus einer Anhöhe werkzeugartig herausschraubte.Wien Wotruba Kirche Georgenberg innen
Soeben war der Gottesdienst zu Ende gegangen, und ein Teil der Leute strömte aus der Kirche, Sporträdern und Joggingschuhen entgegen, während kleinere Gruppen im Inneren verblieben waren und die Akustik des Raumes auf die Probe stellten. … Natürlich war Anna ungerecht gegen diese Leute, die sie ja nicht kannte und die da in geselligen Gruppen beisammenstanden und halt ein wenig laut waren. Und ein wenig respektlos gegen das Licht, das zwischen den mächtigen Betonkuben ins Innere strömte und dem schweren Bau etwas Schwebendes verlieh, etwas von einer fliegenden Orgel oder einem fliegenden Mammut. …“[1]

Die Wotrubakirche, die Treppe hinauf zur Kirche und eines der wundervoll verwunschenen alten Häuser in ihrer Umgebung spielen mit in einem der besten & skurrilsten Wiener Krimis – „Ein dickes Fell“ von Heinrich Steinfest. Für eine ideale Kirchen-Besichtigung sollte man zuerst dieses Buch lesen und dann die Website der Kirche, danach die Kirche besuchen und zum Abschluß in den Heurigen Zahel am Maurer Hauptplatz einkehren. Ein perfekter Ausflug für alle Sinne zu einem Wiener Kunstwerk. Den Rest des Beitrags lesen »

Ein Hund – Meint es ernst

Wien Hundekot Kampagne Sackerl GackerlAuf meinen Wanderungen durch Wien gerate ich oft in eine Art Entdecker-Flow und vergesse dabei welch gefährliches Pflaster diese Stadt ist. Hundstrümmerl! Nicht ohne Grund werden hier die allgegenwärtigen Hundehaufen mit so einem dramatischen Namen bezeichnet. Frau/Mann kann sich an diesen vielen Trümmerln leicht den Fuß brechen. Entweder beim Ausweichen oder beim Reinstürzen. Damit nicht der Ruf von Wien ruiniert wird, gibt es Schutzengel. Zweibeinige, wie zwei Straßenkehrer, die sich mir einmal sportlich in den Weg warfen, als ich in Architekturverzückung geraten, beinahe Trümmerln übersehen hätte.
Weil die Stadt nicht überall zweibeinige Retter postieren kann, setzt sie auch vierbeinige ein. Seit Oktober 2006 versuchte ein anonymer Jack-Russel-Terrier auf kumpelhafte Weise Hundehalter zu besserem Benehmen zu bekehren (siehe Foto oben). Viele Tausend dieser Wiesenstecker wurden inzwischen geklaut. Protestler? Fans des Terriers? Wien-Souvenir-Jäger? Wien Hundekot Kampagne 36 EuroWie auch immer, der Terrier hat seine Chefin besucht, die Umweltstadträtin Ulli Sima, und ihr ans Herz gelegt, es ernster anzugehen. Seit Anfang der Woche ist sein kumpelhafter Ton Vergangenheit. Jetzt heißt es:“Sind Dir 36 Euro Wurst?“. Was wird passieren? Der anonyme Terrier bekommt neue Fans – die Polizeihunde. Die Tierärzte werden von Hunden gestürmt, denen die Angst vor der Bestrafung ihrer Frauchen & Herrchen auf den Darm geschlagen ist. Die Wiener Hundebesitzer ändern sich?