Hanns Eisler?
Gelangweilte ostdeutsche Antwort: Der Komponist unserer Nationalhymne.
Amüsierte ostdeutsche Antwort: Wenigstens seine Musik blieb übrig, nachdem wir den Text von Johannes R. Becher nicht mehr singen durften. Damals, als es nicht mehr passte zu planen: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt, laß uns dir zum Guten dienen, Deutschland einig Vaterland. Alte Not gilt es zu zwingen, und wir zwingen sie vereint, denn es wird uns doch gelingen, dass die Sonne schön wie nie über Deutschland scheint, über Deutschland scheint.“.
Ironische ostdeutsche Antwort: Ab dem 5. Januar 1990 durfte der Text wieder gesungen werden. Der erste Schritt Eislers in die ostdeutsche Vergessenheit. Endgültig darin versank er, als da keine Nation mehr war, die seine Hymne hätte singen können. Den Rest des Beitrags lesen »




Minna Kautsky (1837 – 1912) wird in Graz geboren und zieht kurz darauf mit ihren Eltern nach Prag. Sie erhält nur ein Jahr Schuldbildung. Aber Hilfe vom Vater und ein guter Bücherschrank ermöglichen ihr eine Art Selbststudium. Zur Lektüre zählen auch Theaterstücke die ihre Leidenschaft für das Theater wecken. Minna wird Schauspielerin. Hochzeit mit 16, Engagements in Böhmen, Mähren, Deutschland – zwischendrin bekommt sie mehrere Kinder. Das erste Kind ist der „spätere führender Theoretiker des Marxismus“ Karl Kautsky. So ein anstrengendes Leben lässt sich nicht durchhalten, sie bricht zusammen, bekommt eine schwere Lungenkrankheit. Muss ein paar Jahre später das Schauspielen im Alter von nur 24 Jahren beenden. 1863 zieht sie mit Mann und Kindern nach Wien. Ihr Mann hat hier Arbeit am Hofburgtheater bekommen, als Dekorationsmaler.
In Wien zur falschen Zeit am richtigen Ort.
Man hat einen Traum. Soll man ihn leben? Was, wenn man nicht davon leben kann?

