Gehe ich einen (faulen) Kompromiss ein und vermeide damit eine Niederlage. Oder ist der (faule) Kompromiss die größere Niederlage für mein Gewissen.
Wenn ich das Auf & Ab in Martinis Leben betrachte, in den vielen gesellschaftspolitischen Spannungsfeldern in denen er agierte, kommen mir diese Gedanken. Denn Martini (1726 – 1800) vertrat, oft genug unstrategisch, seine Erkenntnisse, Einsichten und Überzeugungen. Vielleicht war seine Haltung tatsächlich so begründet: „Wenn wir keine Zugeständnisse machen, so können wir wohl zugrunde – gehen, aber niemals verderben.“*
Karl Anton Martini wurde in Revò dreißig Kilometer nördlich von Trient geboren. Das Fürstenbistum Trient war zu dieser Zeit ein „Eldorado für Advokaten und Notare“. So geprägt kommt er über die Universität in Innsbruck mit Philosophie + Theologie nach Wien, wo er Jura studiert. Das Studium beendet er ohne Promotion. Vielleicht aus „Geldmangel oder aus Ablehnung des für Promovenden vorgeschrieben Eides auf die unbefleckte Empfängnis Mariens“. Den Rest des Beitrags lesen »



