Wie lange steht man zu seinen persönlichen Werten und Idealen, wann gibt man auf und geht Kompromisse ein? Wann tauscht man seine Ideale gegen Nahrung ein?
Überspitzte Fragen? Ein Kompromiss muss ja nicht gleich das Aufgeben von Idealen bedeuten?
In Wien kann man noch bis zum 9. 11. 2011 einem kompromisslosen zugereisten Wiener begegnen – dem Ungarn Mihály Biró, dessen Haltung, dessen Leben und dessen Arbeiten Respekt erzeugen und nachdenken machen, wie man es denn selbst mit den Idealen hält. Ihm ist eine kleine Ausstellung im MAK-Kunstblättersaal gewidmet.
Biró (1886 – 1948) war zwar kein geborener Wiener, hat aber hier von 1919 – 1928 und 1932 – 1934 gelebt, gearbeitet und sich in der Stadt engagiert. Kompromisslos. Nur dafür gearbeitet, was ihm wichtig und vertretbar war. Für andere Themen oder Inhalte arbeiten wollte er nicht.
Biró war Grafiker, sein Markenzeichen der starke rote Mann (im Bild oben) – Vorbild ein Ringer in seinem Bekanntenkreis. Für die ungarische Sozialdemokratie kreiert Biró dieses Sujet und nutzt es ab 1910. Kraftvolle Plakate für Gerechtigkeit und Fortschritt entstehen. Mit der Machtergreifung der Horthy-Diktatur muss er fliehen und kommt nach Wien. Die Verbrechen unter der Diktatur prangert er hier mit 20 Farblithografien in einer Mappe (Horthy-Mappe, 1920) an. Mit Leib und Seele Ungar kann Mihály Biró diese Verbrechen nicht ertragen. Obwohl er sich damit – zusätzlich zu seinem bisherigen politischen Engagement – jeden Weg zurück nach Ungarn verbaut. Ungarn ist quasi sein Herz und es trifft ihn hart, dort nicht mehr hinzukönnen. Kompromisse deswegen? Nein. Den Rest des Beitrags lesen »
Das Jahr 2009 habe ich mit dem Klimtschen Kuss begonnen – einer 


