Während an vielen Stellen in Wien Elisabeth, der Kaiserin von Österreich, gehuldigt wird, gibt es auch noch eine andere, sehr fortschrittliche Elisabeth in Wien. Die erstaunlicherweise wesentlich älter als Sissi ist. Elisabeth von Wieden (4. Wiener Bezirk). Vor mehreren hundert Jahren war sie das „bravste und schönste Mädchen“ dieser Gegend. Brav vermutlich im Sinne von Mut, von beherztem, selbstsicheren Handeln.
Die Sage erzählt, das damals in der Umgebung Wiens ein Räuber hauste: „Die Leute nannten ihn den “Waldteufel”, weil er so böse war wie ein Teufel.“ Der Stadtrichter schaffte es nicht, den Räuber zu fangen. Wohl aber Elisabeth. Das allein ist vielleicht schon ungewöhnlich. Aber die Umstände sind es noch mehr. Elisabeth geht sehr kreativ an die Aufgabe heran. Sie stellt sich ein starkes Team zusammen, ist technisch innovativ :-) Elisabeth leiht sich bei einem Wirt in der Kärntner Straße ein Fuhrwerk, einen starken Kutscher und zwei starke Knechte. Und sie sagt niemandem, was sie vorhat. Noch ein Frauen-Vorurteil widerlegt ;-) Zum Plan gehört innovative Technik: “Denke dir, ich war in der Neustadt beim Waffenschmied Klingsporner. Ich hab mir von ihm einen kunstvollen Fangsessel machen lassen. Schau ihn nur an, beim Guntlwirt im Hofe steht er. Der Waldteufel sitzt drinnen.”
Eine Frau, ein starkes Team, etwas Technik, ein Trick und sie fängt (sich) einen Mann! Eine ungewöhnliche Tat für diese Zeit. Man(n)/Frau könnte auch trefflich sinnieren, ob es sich tatsächlich so zutrug oder was der “wahre” Grund für diese Sage ist. (Wiener Pädagogische Gesellschaft, 1922) Den Rest des Beitrags lesen »


Kein Opernball hört sich nach Prophezeiung für ein schwieriges 2010 an. Allerdings fürchte ich, Opernball ist immer und wird immer sein. Denkt man an die Wiener Oper, denkt man zuerst an diesen Ball. Danach vielleicht noch daran, wer hier schon alles gesungen, dirigiert oder regiert hat. Es gibt aber auch außerhalb des Ballgeschehens und außerhalb der Bühne interessante – schöne & tragische – Geschichten und eine solche möchte ich heute erzählen.

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