Meine „Vermessung“ der Wiener Welten führt mich auch in für mich unbekannte Welten: heute Wiener Kirchen- und Miltärgeschichte. Die Kirche St. Johann Nepomuk (1910) am Fasanengarten bündelt diese beiden Welten mit der Wiener Architektur um 1900. Sie ist eine besuchenswerte Sehenswürdigkeit Wiens.
Die Geschichte von St. Nepomuk geht zurück auf das Schicksal von alten Soldaten und Kriegsinvaliden in Wien. Ihre Versorgung war in früheren Jahrhunderten nicht geregelt und so waren sie auf Wohltäter angewiesen. Abraham a Sancta Clara, der berühmte katholische Geistliche, der 1709 in Wien starb, beschreibt die Situation so: „Es hinkt mancher auf der Gassen, auf einer Krucken, hat alle Tag Quatember, Fasten schaut ihm aus den Augen, die Kleider sind voller Fenster; ist bei vielen Treffen gewesen, nun hat ihn das Unglück getroffen, dass er mit seinem Restschein muss betteln gehen; die vielen Blessuren am ganzen Leib übertrifft aber die Blessur am Beutel.“ (S. 114)
Die Reformen Kaiser Josefs II. waren der erste Ansatz zu Linderung. Er gründete die k.k. medizinisch-chirurgische Militärakademie, die Militärärzte ausbildete. Damit war schon einmal die gesundheitliche Versorgung der Soldaten verbessert. Auch auf eine Initiative von ihm geht die Erweiterung und Verlegung des alten k. u. k. Invalidenhauses von der Landstraße in den Fasangarten zurück. Gute Luft außerhalb der Stadt und Platz waren das Ziel. So wurde das Gelände gewählt, auf dem heute die Kirche steht. Den Rest des Beitrags lesen »
… kam der Kanal nur bis Wiener Neustadt. Zwar gibt es in der Literatur immer mal wieder Diskussionen, ob der Kanal wirklich von Wien bis an die Adria führen sollte. Aber wie stellt das Land Niederösterreich in seinem Rechnungshof-Bericht 6/2003 fest: “Der Wr. Neustädter Kanal wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts als Frachtverkehrsverbindung von Wien an die Adria geplant; anfangs des 19. Jahrhunderts konnte der Kanal zwischen Wr. Neustadt und Wien in Betrieb genommen werden. Danach folgte eine wechselvolle Geschichte, die auch eine Änderung der Nutzungsart zur Folge hatte.”



